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Tierpark Goldau
Bartgeiervoliere

Dr. med. vet. Martina Schybli (Autorin für Natur- und Tierpark Goldau)
Jonas Homburg (Editor für ZooLex)
Monika Fiby (Editorin für ZooLex)

Veröffentlicht 16 Dez 2018

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español

UP ADRESSE:

Parkstraße 26 6410 Goldau Schweiz
Telefon: 0041 41 8590606
URL: http://www.tierpark.ch


UP STICHWORTE

Auswilderung, Nachzucht


UP TIERE:

Familie:Spezies:deutscher Name:Kapazität:
Phasanidae Alectoris graeca Alpensteinhuhn 1.1.10
Accipitridae Gypaetus barbatus Bartgeier 1.1.1
Leporidae Lepus timidus Schneehasen 1.1.2


UP Auszeichnungen:

  • 2005 WWF-Schweiz Ökopreis für Bartgeierprojekt

UP BESCHREIBUNG:

Die Schauvoliere für Bartgeier wurde 1994/1995 erbaut und fügte sich in die natürliche Bergsturzlandschaft des Tierparks Goldau ein. 2014/2015 wurde die Voliere renoviert. Die Fläche wurde vergrößert und das Nylon- durch ein Stahlnetz ersetzt. Zwei neu geschaffene Besuchereinblicke ermöglichen den Zuschauern, das Gehege zu betreten und die Tiere ohne Sichtbarriere zu betrachten.

Die Gemeinschaftsvoliere dient der Information des Publikums über den Bartgeier und seinen Lebensraum. Die Voliere beherbergt ein Bartgeierbrutpaar, dessen Jungvögel in das Wiederansiedlungsprojekt im Alpenraum integriert sind. Außerdem leben darin noch zwei weitere, in den Alpen heimische Arten, der Schneehase und das Alpensteinhuhn. Durch die Gemeinschaftshaltung wird dargestellt, dass Bartgeier Aasfresser sind und nicht aktiv auf Beutejagd gehen. Für die Zukunft ist auch ein Besatz mit Alpendohlen als Bewohner desselben Lebensraumes geplant.

Die angeschlossene Ausstellung informiert über die Zucht und die Wiederansiedelung in Europa. Der Tierpark Goldau beteiligt sich mit einer zusätzlichen, eigenen Zuchtstation wesentlich an diesem Projekt.


 

UP GRÖSSE:

Die Bartgeiervoliere ist rund 720 m² groß und bis zu 7 m hoch. Das Raumvolumen beträgt rund 4.330 m³. Die Besuchereinblicke in der Voliere (72m²) können von den Tieren mitgenutzt werden. Der Ausstellungsraum umfasst 36m². Die Zuchtstation außerhalb der Zoogeländes ist 560 m² groß und hat rund 5.200 m³ Raum. Sie ist in 2 Teile zu je 230 m² und eine Schleuse zu 100 m² unterteilt und grenzt an ein Betriebsgebäude mit 40 m².

Flächeaufteilung in Quadratmetern:

Fläche:innen:aussen:Gehege gesamt:
  zugänglichgesamtzugänglichgesamt 
Tiere720720720
Besucher3672108
andere77
gesamt735

 

UP KOSTEN:

Die Kosten beinhalten die Errichtung der Schauvoliere mit Nylonnetzabdeckung und die Ausstattung des angrenzenden Informationsgebäudes, das bereits vorhanden war. Die Zuchtvoliere wurde nicht von diesem Budget errichtet. 2014/2015 wurde die Voliere um 1.317.000 CHF umgebaut. Die Kosten inkludieren neue Statik, Betonfundamente, Stützen, Stahlnetz und zwei neue Besuchereinblicke.

CHF 950.000 davon 20% für die Planung.


 

UP ERÖFFNUNGSDATUM:

20 Mai 2015
 

UP PLANUNG:

Beginn: 1 März 2013

  • Gesamtplanung: Kaufmann AG, Goldau
  • Ingenieur: Pfeifer Ingenieure GmbH, Konstanz

UP BAU:

Beginn 26 Mai 2014


UP SEEHÖHE UND KLIMA:

walter.gif Dies ist ein Klimadiagramm für die nächstliegende Wetterstation.

 

UP PFLANZEN:

Die Pflanzenauswahl im Gehege orientiert sich an der Gebirgsflora der Alpen.

Die Pflanzenliste gibt die lateinischen Namen der Pflanzen, die in diesem Gehege verwendet wurden


UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:

Das Gehege ist in eine natürliche Bergsturzlandschaft eingebettet. Der hintere Bereich des Geheges besteht aus einer Felswand mit zwei Nischen, welche als Horste dienen. Die Geier können in der Voliere von diversen erhöhten Startpunkten bis zu 50 Meter freien Segelflug zurücklegen.

Frischwasser wird durch einen künstlichen Bachlauf bereitgestellt. Ein flacher Felsen dient den Bartgeiern als Futterplatz. Zur Gefiedereinfärbung ist eine Pfütze mit eisenoxidhaltigem Schlamm vorhanden.

Einheimische Sträucher, überhängende Felsbrocken, Äste und Fichtenzweige dienen den Schneehasen und Alpensteinhühnern als Deckung und Schattenspender.


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:

Da die Junggeier in der Regel in Wiederansiedlungsprojekte überführt werden, wird der Kontakt zu den Vögeln möglichst gering gehalten. Während der Brut- und Aufzuchtzeit ist eine Kamera im Betrieb, welche das Geschehen im Horst aufzeichnet.

Zwei Abstellräume stehen im Gebäude zur Verfügung. Ein Tor am Weg ermöglicht die Zufahrt in die Voliere. Ein großer, leicht zu reinigender Stein dient als Futtertisch für die Geier.


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:

Das renovierte Gehege weist zwei Besuchereinblicke auf, welche einen Zutritt zum Gehege ermöglichen. Das Gehege vermittelt durch die Hanglage, Vegetation und den Bachlauf alpinen Charakter.

Vor dem Informationspavillon steht eine Bronzeskulptur, die gerne als Fotomotiv verwendet wird.

Die Aufzeichnungen der Nestkamera sind während der Aufzuchtzeit online abrufbar. Im Ausstellungsraum ist ein Monitor installiert, damit die Besucher den Jungvogel beobachten können.


 

UP BILDUNG:

Die Grafiken, Videos und Objekte (Eier, Federn, Knochen etc.) im Ausstellungsraum informieren
über die Biologie des Bartgeiers, seine Verbreitungsgebiete, die Gründe für seine Ausrottung,
Maßnahmen zu seinem Schutz und das Wiederansiedelungsprojekt.

Das Thema Bartgeier ist ein regelmässiger Bestandteil der Umweltbildung-Führungen im Natur- und Tierpark Goldau.


 

UP MANAGEMENT:

Die Schau- und Zuchtvoliere gemeinsam bieten Flexibilität beim Zusammenstellen von
Zuchtpaaren.

Die Zusammensetzung des Futters entspricht dem Futter in der Natur, wobei den saisonalen Veränderungen gefolgt wird. Es werden vor allem Fleisch und Knochen von Ziegen und
Schafen verwendet.

Alle jungen Bartgeier werden ausschließlich von ihren Eltern oder von Ammenpaaren aufgezogen, damit sich die artspezifischen Verhaltensmerkmale vollständig entwickeln können.


 

UP FORSCHUNG:

Der Natur- und Tierpark Goldau testete mit seinen Geiern verschiedene Befestigungssysteme von Satellitensendern. Bewährt hat sich ein System mit einem Hüftgurt, dieses wird nun für Tiere im Wiederansiedlungsprojekt verwendet.

Der Natur- und Tierpark beteiligte sich an einer Studie der WSL (Eidgen. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft), bei welcher die Lebensraumnutzung und die Stressbelastung von Schneehasen in freier Wildbahn und in Gehegen gemessen wurden.


 

UP ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:

Der Bartgeier wurde 1913 in den Alpen ausgerottet. Dank dem Einsatz von 30 Zoos, verschiedenen Nationalparks, der zoologischen Gesellschaft Frankfurt und dem WWF wurde 1978 das Wiederansiedlungsprojekt in den Alpen ins Leben gerufen.

Nachdem ein umfassendes Zuchtprogramm in Zoos von ganz Europa aufgebaut worden war, konnten 1986 die ersten Bartgeier in Rauris (Österreich) in die Freiheit entlassen werden. Seither sind in Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich in 18 Freilassungsregionen insgesamt 212 Bartgeier ausgewildert worden (Stand 2016). Seit 1997 brüten die Bartgeier auch im Freiland erfolgreich. Insgesamt sind schon 142 Jungvögel in der Natur geschlüpft und ausgeflogen (Stand 2016).

Im Jahre 1998 erstellte der Tierpark Goldau auf dem Erweiterungsgelände "Grosswyer" zwei Bartgeier-Zuchtvolièren. Die beiden Volieren sind optimal nach Süden ausgerichtet und umfassen ein Gesamtvolumen von rund 5.200 m³. Unmittelbar daneben befindet sich ein Betreuerraum für die Überwachung der Zucht. Die Zuchtstation ist nicht für die BesucherInnen zugänglich, da Bartgeier während der Brut sehr empfindlich auf Störungen reagieren. Seit 2000 wird ein Großteil der im Natur- und Tierpark geschlüpften Junggeier im Alpenraum ausgewildert. Sämtliche Geier, welche in der Schweiz ausgewildert werden, kommen zudem für einige Tage in der Zuchtvoliere des Tierparks in Quarantäne, wobei sie auch markiert werden.


 

UP LOKALE RESSOURCEN:

Mit dem Bau wurden lokale Firmen beauftragt. Das Futter wird von lokalen Schlachtbetrieben
bezogen.


Overview

Overview

© Natur- und Tierpark Goldau, 2014


 

Site Plan

Site Plan

© Pfeiffer Ingenieure, Jonas Homburg, 2016


 

Picture Views

Picture Views

© Pfeiffer Ingenieure, 2014


 

Bartgeier

Bartgeier

© Natur- und Tierpark Goldau, 2004


 

Alpensteinhuhn

1. Alpensteinhuhn

© Natur- und Tierpark Goldau, 2015


 

Schneehase

2. Schneehase

© Natur- und Tierpark Goldau, 2014


 

Blick zur Voliere

3. Blick zur Voliere

© Natur- und Tierpark Goldau, 2015


 

Gemeinschaftsvoliere

4. Gemeinschaftsvoliere

© Natur- und Tierpark Goldau, 2015


 

Rückzug für die Schneehasen

5. Rückzug für die Schneehasen

© Natur- und Tierpark Goldau, 2016


 

Schlammbad und Futterplatz

6. Schlammbad und Futterplatz

© Natur- und Tierpark Goldau, 2016


 

Unterer Besuchereinblick

7. Unterer Besuchereinblick

© Natur- und Tierpark Goldau, 2016


 

Oberer Besuchereinblick, Zufahrt zur Voliere und Ausstellung

8. Oberer Besuchereinblick, Zufahrt zur Voliere und Ausstellung

© Natur- und Tierpark Goldau, 2015


 

Info-Tafel

9. Info-Tafel

© Natur- und Tierpark Goldau, 2015


 

Knochenschmiede

10. Knochenschmiede

© Natur- und Tierpark Goldau, 2018


 

Eiertanz

11. Eiertanz

© Natur- und Tierpark Goldau, 2018


 

Bleivergiftung

12. Bleivergiftung

© Natur- und Tierpark Goldau, 2018


 

Bartgeiernest

13. Bartgeiernest

© Natur- und Tierpark Goldau, 2018


 

Live aus dem Horst

14. Live aus dem Horst

© Monika Fiby, 2005


 

Bronze-Flügel

15. Bronze-Flügel

© Monika Fiby, 2005


 

Zuchtstation

16. Zuchtstation

© Natur- und Tierpark Goldau, 2005


 

Nachwuchs

17. Nachwuchs

© Natur- und Tierpark Goldau, 2005


 

Ab in die Wildnis

18. Ab in die Wildnis

© Natur- und Tierpark Goldau, 2005


 

Reise ins Unbekannte

19. Reise ins Unbekannte

© Natur- und Tierpark Goldau, 2005


 

Junger Bartgeier

20. Junger Bartgeier

© Natur- und Tierpark Goldau, 2015


 

Junger Bartgeier

21. Junger Bartgeier

© Natur- und Tierpark Goldau, 2005


 

Ausgewilderter Bartgeier

22. Ausgewilderter Bartgeier

© Natur- und Tierpark Goldau, 2006


 

Schneehase im Sommer

23. Schneehase im Sommer

© Natur- und Tierpark Goldau, 2005