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Zoo Duisburg
Gorilla-Busch

Peter Rasbach, Carlyn Worstell, Monika Fiby (AutorInnen)
Achim Winkler (Editor)

Veröffentlicht 16 Mai 2003

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UP ADRESSE:

Mülheimer Strasse 273 47058 Duisburg Deutschland
Telefon: +49 203 30559
URL: http://www.zoo-duisburg.de


UP STICHWORTE

Enrichment, Kräuter, Vergesellschaftung


UP TIERE:

Familie:Spezies:deutscher Name:Kapazität:
Cercopithecidae Cercopithecus neglectus DeBrazza-Meerkatze
Pongidae Gorilla gorilla gorilla Westlicher Flachlandgorilla 8


UP BESCHREIBUNG:

Das Affenhaus (Äquatorium) des Zoo Duisburg war 1962 weltweit einzigartig. Seit seiner Errichtung werden im Zoo Duisburg Flachlandgorillas gehalten. Dank wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Lebensgewohnheiten von Gorillas änderten sich auch die Anforderungen an die Haltung dieser Primaten, und das Gebäude entsprach im Laufe der Jahre nicht mehr den Standards moderner Affenhaltung. Im Jahr 2001 begann daher der Umbau des alten Äquatoriums mit einer ersten Ausbaustufe. Mit dem Gorilla-Busch setzte der Zoo Duisburg wieder neue Massstäbe in der Primatenhaltung.

Die Begrenzungen der Außengehege sind staudenbestandene Trockengräben, pflanzenreiche Wassergräben, Naturholz-Pallisaden, Naturfelsen aus devonischem Hartkalk, Kunstfels und Elektrozaun an der Innenseite der Freianlage. Der gewachsene Baumbestand wurde erhalten, mit Eichenstämmen ergänzt und diese mit Seilen verbunden.

Die Innenanlagen umfassen einen Schauraum für Gorillas, einen für DeBrazza-Meerkatzen und - derzeit - drei Innenräume für Gorillas. In Zukunft sollen die DeBrazza-Meerkatzen die Außenanlage mit den Gorillas teilen.

Die Dachkonstruktion aus Kunststoff-Mehrfach-Stegplatten erlaubt natürlichen Lichteinfall und einen ebensolchen Tag-Nacht-Rhythmus. Die Böden sind mit harzgebundenen Quarzkiesböden dick vergossen, sodass keine Flüssigkeiten versickern können. Die Wandheizungen liegen unter Putz und sind thermostatgesteuert.


 

UP GRÖSSE:

Ein Innenschauraum von 40 m² Größe und 5 m Höhe steht für Gorillas zur Verfügung, ein ebensolcher für DeBrazza-Meerkatzen. Drei weitere Innenräume sind untereinander verbunden und bieten jedem Tier 4x5 m bei 4 bis 4,5 m Höhe.

Flächeaufteilung in Quadratmetern:

Fläche:innen:aussen:Gehege gesamt:
  zugänglichgesamtzugänglichgesamt 
Tiere1151151.1781.3681.483
Besucher465659659
andere494949
gesamt1642.0272.191

 

UP KOSTEN:

Gorilla-Busch ist eine Spende der Sparkasse Duisburg.

EUR 1.073.713 davon 22% für die Planung.


 

UP ERÖFFNUNGSDATUM:

28 Mai 2002
 

UP PLANUNG:

Beginn: Juni 2001

  • Planung: Rasbach Architekten, Oberhausen, Deutschland

UP BAU:

Beginn Januar 2002

  • Kunstfelsbau: Atelier Artistique du Beton, Mormant, Frankreich
  • Projektmanagement: GEBAG, Duisburg, Deutschland
  • Statik: Helmert & Schumacher Ingenieurbüro, Duisburg, Deutschland

UP SEEHÖHE UND KLIMA:

walter.gif Dies ist ein Klimadiagramm für die nächstliegende Wetterstation.

 

UP PFLANZEN:

Der Bestand an Roteiche, Ahorn und Esche wurde erhalten. Lebende Bäume wurden mit stromführenden Drähten 1-2 meter über dem Boden um den Stamm geschützt. Folgende Pflanzen wurden mit der Erstbepflanzung gesetzt: 700 Stück Bambus, 200 Stück Berberitzen, 800 Stück Stauden und 700 m² Gras. Es wurde beobachtet, dass Gorillas Bambus abbrechen und fressen, aber er gedeiht. Das Gras wird nie geschnitten, sondern wächst hoch. Es ist geplant, Klettererdbeeren zu setzen, weil diese schnell wachsen und für die Gorillas interessant sind. Fünf Kräuterbeete wurden zum Abweiden eingerichtet und mit Gittern versehen (siehe Charakteristika für die Tiere).

Die Pflanzenliste gibt die lateinischen Namen der Pflanzen, die in diesem Gehege verwendet wurden


UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:

Bis zu 10 m hohe Eichenstämme wurden untereinander durch 240 m Spleitex-Seil verbunden. Die Stämme sollten mindestens 8 Jahre halten.

Für die Gorillas wurden zwei Schutzhöhlen aus Kunstfels geschaffen, deren Boden beheizt wird. Die beiden Höhlen ermöglichen den Gorillas, sich voneinander zurückzuziehen.

Zwei künstliche Termitenhügel können mit Nüssen, Honig, Rosinen und anderen Leckerbissen bestückt werden. Fünf Kräuterbeete mit 1,5 x 1,5 m und 20 cm Tiefe sind mit Metallgittern abgedeckt, damit die Gorillas die Pflanzen nicht mit den Wurzeln ausreißen. Wenn die Kräuter aus dem Gitter ragen, können sie von den Gorillas abgeerntet werden. Die Kräutergärten wurden in solcher Entfernung von den Besuchern eingerichtet, dass das natürliche Erscheinungsbild durch die Gitterabdeckungen nicht gestört, aber die Beobachtung der Gorillas gut möglich ist.

Die Außenanlagen haben eine vielfältige Topografie, mit einem Aussichtshügel in der Mitte. Es gibt zu jeder Tageszeit Sonnen- und Schattenplätze. Im Wassergrabens ist zur Sicherheit ein Netz befestigt, das einem ins Wasser gefallenem Gorilla den Ausstieg aus dem Graben ermöglichen soll.

Die Innenanlagen haben eine transparente Decke, der den natürlichen Tagesrhythmus zuläßt. Einige Deckenelemente kann man zur Lüftung öffnen.


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:

Jeder Innenraum hat mindestens zwei hydrauliche Schiebermöglichkeiten. Alle Türen werden mit kabelloser Fernbedienung kontrolliert. Die Küche ist in einem provisorischen Gebäude beim Hauptgebäude untergebracht.

Das Gitterdach der Innenanlagen und Boxen ist für die Tierpfleger über Leitern erreichbar, sodass sie Futter auf die Boxen legen und die Tiere dazu animieren können, zu klettern und das Futter zu manipulieren, um es in den Käfig zu bekommen.


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:

Zwei Besucherunterstände bieten durch 30 mm Panzerglasscheiben Einblick in den Gorilla-Busch. Um die Tiere an die Besucher heranzuführen, ist der Boden in den Unterständen auf Seite der Gorillas beheizt.

Jeder Unterstand ist durch die Topografie und Bepflanzung so eingerichtet, dass "Crossviewing" (der Blick auf andere Besucher) vermieden wird.


 

UP BILDUNG:

Zwei Tafeln mit Fotos von Gorillas im Freiland und im Zoo informieren über die Biologie dieser Tiere.


 

UP MANAGEMENT:

Im Technikraum befinden sich die Steuerelemente der Hydraulik, der Zentralheizung, der Wasser- und Stromanschlüsse sowie der Hochdruckreiniger. Die Raumerwärmung erfolgt zum Teil über Wandheizung.

Das Wasser im Graben wird nicht bewegt, hat aber ein so großes Volumen, dass es sauber bleibt. Da das Wasser nicht bewegt wird, kann es frieren. Dann können die Gorillas nicht ins Freie gelassen werden, da sie über das Eis entkommen könnten.

Die Innenanlagen ermöglichen kaum, zwei Gorillagruppen zu halten. Es bestehen keine Absichten, zwei Gruppen zu halten, aber einige Individuen müssen derzeit einzeln gehalten werden.


 

UP FORSCHUNG:

Eine mehrmonatige vergleichende Studie der Britischen Biologin Sonya Warne beschäftigte sich mit dem Verhalten der Gorillas in deren alter Anlage und nach Überführung in den neuen Gorilla-Busch. Vorläufige Auswertungen der Studien bestätigten den ersten optischen Eindruck, daß die Gorillas in ihrer alten, reizarmen Anlage ein reduziertes Verhaltensmuster präsentierten und deutlich weniger aktiv waren als im Gorilla-Busch.


 

UP ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:

Die Flachlandgorillas im Zoo Duisburg sind im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).


 

UP LOKALE RESSOURCEN:


Overview

Overview

© Zoo Duisburg, 2000


 

Site Plan

Site Plan

© Rasbach, 2002


 

Flachland-Gorilla

Flachland-Gorilla

© Zoo Duisburg, 2002


 

Ausblick vom Hügel

1. Ausblick vom Hügel

© Rasbach, 2002


 

Zugang zum Gorilla-Busch

2. Zugang zum Gorilla-Busch

© Rasbach, 2002


 

Blick aus der Höhle

3. Blick aus der Höhle

© Monika Fiby, 2003


 

Glass Panel

4. Glass Panel

© Monika Fiby, 2003


 

Gorilla-Höhle

5. Gorilla-Höhle

© Carlyn Worstell, 2003


 

Begrenzung

6. Begrenzung

© Rasbach, 2002


 

Bepflanzung verhindert "Cross-views"

7. Bepflanzung verhindert "Cross-views"

© Carlyn Worstell, 2003


 

Blick vom Weg

8. Blick vom Weg

© Carlyn Worstell, 2003


 

Palisaden-Zaun

9. Palisaden-Zaun

© Monika Fiby, 2003


 

Blick aus der Nähe

10. Blick aus der Nähe

© Monika Fiby, 2003


 

Eichen zum Klettern

11. Eichen zum Klettern

© Carlyn Worstell, 2003


 

Bis zu 10 m hohe Bäume

12. Bis zu 10 m hohe Bäume

© Monika Fiby, 2003


 

Stromgeschützte Bäume

13. Stromgeschützte Bäume

© Carlyn Worstell, 2003


 

Kräutergarten

14. Kräutergarten

© Carlyn Worstell, 2003


 

Zweite Höhle

15. Zweite Höhle

© Carlyn Worstell, 2003


 

Blick auf die Anlage über die Lemureninsel und den Graben

16. Blick auf die Anlage über die Lemureninsel und den Graben

© Carlyn Worstell, 2003


 

Beschilderung

17. Beschilderung

© Monika Fiby, 2003


 

Zugang

18. Zugang

© Carlyn Worstell, 2003


 

Innenkäfige

19. Innenkäfige

© Carlyn Worstell, 2003


 

Schnitt durch die Aussenanlage

20. Schnitt durch die Aussenanlage

© Rasbach, 2002