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Zoo Köln
Die Welt der Erdmännchen

Autoren: Waltraut Zimmermann, Alexandra Habicher, beide Zoo Köln; Ulrich Schnitzer, Maria Plank, beide Bürogemeinschaft Planen und Bauen
Editoren: Doron Edlinger, Lauren Axtmann, Monika Fiby, alle ZooLex

Veröffentlicht 08 Jan 2010

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español

UP ADRESSE:

Riehler Straße 173 50735 Köln, Deutschland
Telefon: +49 +49 (0) 18 28 01 01
URL: http://www.koelnerzoo.de


UP STICHWORTE

Schirme


UP TIERE:

Familie:Spezies:deutscher Name:Kapazität:
Herpestidae Suricata suricatta Erdmännchen 30


UP BESCHREIBUNG:

Die größte Herausforderung besteht darin, Tiere, die an das trockene südafrikanische Klima angepasst sind, in unseren feucht-nassen europäischen Breiten so zu halten, dass sie keinen gesundheitlichen Schaden nehmen. Die Unterbringung in einem Gebäude würde dieses Problem zwar leicht lösen, aber ein anderes schaffen: die Tiere fühlen sich in einem Gebäude unsicher. Ein weiterer Punkt, der für eine Außenanlage spricht, ist die Erfahrung, dass Erdmännchen mit Kälte zurechtkommen, wenn sie die Möglichkeit haben, sich immer wieder aufzuwärmen. Ein Gebäude wurde dennoch als unverzichtbar angesehen.

Das Gebäude im rückwärtigen Bereich der Anlage wird von den Besuchern fast nicht gesehen. Die Tiere sind kaum drinnen. Sie erhalten dort jeden Morgen ihr erstes Futter, sodass sie die Tierpfleger im Bedarfsfall fangen oder separieren können. Außerdem lernen gejagte und von der Gruppe ausgeschlossene Tiere, diesen Ort aufzusuchen, da sie hier viele Versteckmöglichkeiten haben.

Die auffälligsten Strukturen im Außengehege sind die Trichterschirme, die für trockene und warme Zonen sorgen.

Die Besucher können die Tiere und ihre Aktivitäten, insbesondere ihr Sozialleben, aus der Nähe beobachten. Die Akzeptanz des Geheges ist sehr gut, da sich die Tiere mit ihren interessanten Verhaltensweisen das ganze Jahr über im Außengehege präsentieren.


 

UP GRÖSSE:

Flächeaufteilung in Quadratmetern:

Fläche:innen:aussen:Gehege gesamt:
  zugänglichgesamtzugänglichgesamt 
Tiere10480490
Besucher7070
andere102030
gesamt590

 

UP KOSTEN:


 

UP ERÖFFNUNGSDATUM:

Mai 2003
 

UP PLANUNG:

Beginn:

  • Schirme: Koch Membranen GmbH, 83253 Rimsting/Chiemsee, Germany
  • Architektur: Ulrich Schnitzer und Maria Plank Bürogemeinschaft Planen & Bauen, 76131 Karlsruhe

UP BAU:

Beginn


UP SEEHÖHE UND KLIMA:

walter.gif Dies ist ein Klimadiagramm für die nächstliegende Wetterstation.

 

UP PFLANZEN:

Zoologen und Architekten entschieden, keine 'Kalahari-Kulisse' zu versuchen, die angesichts des üppigen mitteleuropäischen Baumhintergrundes eher lächerlich wirken könnte.

Die noch durch Drahtumwicklung geschützten Robinien werden sicher eines Tages, wenn sie genügend starke Äste entwickelt haben, als Hochsitz von den Wächtern angenommen.

Die stacheligen Sträucher (Berberis sp.) wachsen in speziellem Sustrat, in dem sich Käfer und Regenwürmer aufhalten. Diese Stellen sind bei den Ermännchen besonders beliebt, weil sie potenzielle Futterquellen sind.

Die Pflanzenliste gibt die lateinischen Namen der Pflanzen, die in diesem Gehege verwendet wurden


UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:

Über das Gelände verteilt, schützen Trockenzonen die Tiere vor Niederschlägen. Außerdem werden mittels Wärmelampen und Bodenheizung warme Stellen angeboten.

Die Schirme weisen wenige Bodenberührungspunkte auf, und das Niederschlagswasser läuft mittig innen ab. Die Sonneneinstrahlung auf die geschützten Flächen wird durch die Schirmform kaum eingeschränkt.

Damit die Erdmännchen den Bodens bearbeiten und gestalten können, wurde Lehm mit reichlichem Sandanteil eingebracht. Die Bindigkeit des Bodens verhindert das Einstürzen der Höhlen. Die Höhlensysteme dienen den Erdmännchen ganzjährig als Schlaf- und Rückzugsmöglichkeit.

Die Erdmännchen nahmen Aussichtsposten wie Steingruppen, Erdhügel und einen schräg abgelegten gegabelter Robinienstamm für die Späherfunktion an. Von hier entdeckt der Wächter Rabenkrähen und Elstern, die den Jungtieren nachstellen. Aber auch der Gepard im schräg gegenüberliegenden Gehege kann gesichtet werden. Man kann die unterschiedlichen Warnrufe der Erdmännchen für Luft- und Bodenräuber vernehmen.

Das für den Winter geplante Haus wird von den Erdmännchen nicht als Aufenthaltsort oder Schlafplatz genutzt, sondern dient als Refugium für verfolgte Gruppenmitglieder. Das Haus ist wärmegedämmt und elektrisch beheizbar. Da Erdmännchen häufig mittels Analdrüsen und mit Urin markieren, kann die Luft im Innenraum stark mit Ammoniakdämpfen angereichert sein. Eine gute Lüftung ist daher wesentlich. Alle Fenster und Lichtkuppeln können geöffnet werden. Zusätzlich ist in einer Kuppel ein Ventilator eingebaut, der für Abluft abziehen kann.


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:

An der Gehegerückseite verläuft der für die Zoobesucher kaum einsehbare Betriebsweg. Alle Innenflächen und -ausstattungen sind leicht zu reinigen. Für spezielle Beobachtungen ist das Haus mit einer Nachtvideokamera ausgestattet. Der Tierbereich kann in zwei Zonen geteilt werden, um die Tiere für Untersuchungen und tierärztliche Behandlungen zu separieren. Im Tiergang nach außen kann eine Kiste eingepasst werden, um Individuen zu fangen.


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:

Das langgestreckte Areal ermöglicht durchwegs kurze Sichtabstände. Das Gehege ist zur Betrachterseite hin leicht geneigt, was die Sichtverhältnisse verbessert und das Terrain grösser erscheinen lässt. Die Einbuchtungen im Verlauf der Gehegegrenze bieten Platz zum Verweilen und unterschiedliche Perspektiven. Wechselnde Geländehöhen in der Anlage gestatten Kindern und Erwachsenen, die Erdmännchen in Augenhöhe zu betrachten. Die Glasscheiben an der Gehegekante reichen unter Bodenniveau. Gemauerte Brüstungen wechseln mit verglasten Strecken ab. Die Brüstungsoberkante ist zur Besucherseite abgeschrägt, sodass man die Ellenbogen aufstützen kann.


 

UP BILDUNG:


 

UP MANAGEMENT:

Das Gelände ähnelte bald einem „Schweizer Käse“. Zu Beginn, als die Verdichtung des Bodenmaterials noch nicht abgeschlossen war, brachen besonders die Stellen nahe der Bauteneingänge unter dem Gewicht der Tierpfleger ein. Nach etwa einem Jahr war
der Boden so gesackt, dass neuer aufgefüllt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt war die Bodenstabilität bereits gut.

Die Erdmännchen fördern – wie befürchtet – die Wurzeln der Berberitzen ans Tageslicht, und die Pfleger müssen die Sträucher immer wieder eingraben.

Im Gebäude erhalten die Erdmännchen routinemäßig jeden Morgen ihr erstes Futter, damit die die Tierpfleger sie im Bedarfsfall für medizinische Behandlung, Markierung, Transport etc. separieren können.


 

UP FORSCHUNG:

Eine Diplomarbeit mit dem Thema „Gehegenutzung und kooperatives Verhalten bei Erdmännchen“ dokumentiert die Ereignisse der ersten Monate nach der Übersiedlung der Tiere in diese Anlage.
Eine Doktorarbeit über Verhaltensforschung an Erdmännchen liegt vor. Alexandra Habicher (2009) Behavioural Cost Minimisation and Minimal Invasive Blood-Sampling in Meerkats (S. suricatta, Herpestidae).


 

UP ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:


 

UP LOKALE RESSOURCEN:


Overview

Overview

© Cologne Zoo, 2009


 

Site Plan

Site Plan

© Cologne Zoo, 2004


 

Erdmännchen

Erdmännchen

© Rolf Schlosser, 2004


 

Das Freigehege

1. Das Freigehege

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Wächterposition

2. Wächterposition

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Blick auf die Anlage

3. Blick auf die Anlage

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Schnitt durch das Gehege

4. Schnitt durch das Gehege

© Kölner Zoo, 2004


 

Höhlen

5. Höhlen

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Besucher

6. Besucher

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Wärmelampen

7. Wärmelampen

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Schirme

8. Schirme

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Im Erdmännchenhaus

9. Im Erdmännchenhaus

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Eingangsbereich zum Haus

10. Eingangsbereich zum Haus

© Waltraut Zimmermann, 2004


 

Ansicht des Geheges vom Besucherweg

11. Ansicht des Geheges vom Besucherweg

© Kölner Zoo, 2004


 

Grundriss des Erdmännchenhauses

12. Grundriss des Erdmännchenhauses

© Kölner Zoo, 2004


 

Schnitt durch dass Erdmännchenhaus

13. Schnitt durch dass Erdmännchenhaus

© Kölner Zoo, 2004