ADRESSE:
Zürichbergstr. 221 , CH-8044 Zürich, Schweiz Telefon: ++41-44-254 25 00 Fax: 254 25 10 URL: http://www.zoo.ch
STICHWORTE:
TIERE:
| Familie: | Species: | deutscher Name: | Kapazität: |
| Felidae | Panthera tigris altaica | Amurtiger | 1.1 mit Jungtieren oder 1.2 |
BESCHREIBUNG:
Der Himalaya ist das gemeinsame Thema der neuen Anlagen für Amurtiger, mongolischen Wolf, Schneeleoparden und Kleinen Panda. Auf einem Informationsplatz werden die BesucherInnen empfangen und auf 'Himalaya' eingestimmt. Der Platz ist mit geschichteten Steinen gefasst. Vier grosse Steinhaufen werden von buddhistischen Gebetsfahnen überspannt. Diese Symbole spannen den Bogen zur Kultur der Region.
Auf dem steilen Gelände wurden die Anlagen den natürlichen Verbreitungsgebieten dieser Hochgebirgstiere entsprechend angeordnet: unten Tiger und Wolf, darüber Kleiner Panda und zuoberst der Schneeleopard. In Abhängigkeit von den Niederschlägen fliesst mehr oder weniger klares Wasser durch das Schneeleopardengehege, durchfliesst anschliessend das Wolfgehege und mündet letztlich in den Schwimmteich des Tigers. Jede Anlage hat ihren eigenen Charakter, der den Besuchern einen Eindruck vom natürlichen Lebensraumes der Tierart vermittelt.
Das Tigergehege zeigt einen Ausschnitt aus einer gebirgigen Graslandschaft mit Nadel- und Laubwald. An der tiefsten Stelle des Geheges sammelt sich das Wasser zu einem See. Bei der Gestaltung des Geheges wurde darauf geachtet, den Tigern einen möglichst abwechslungsreichen und natürlichen Lebensraum zu bieten. Weltweit erstmalig kann der Besucher schwimmende Tiger über und unter der Wasseroberfläche beobachten.
Die Gehegebegrenzung ist ein 4 m hoher Zaun mit einem 1 m breiten Überhang bzw. 3 m hohe kunstfelsverkleidete Mauern mit Elektrozaunsicherung, die an den Einblickstellen von Glas, Spanndraht und Lochblech unterbrochen sind.
GRÖSSE:
Die gesamte Himalaya-Anlage umfasst 7400 m², wovon rund 3250 m² auf Besucherflächen entfallen, 3450 m² auf Aussengehege, 470 m² auf Nebenflächen und 230 m² auf Gebäude.
Das Aussengehege für Amurtiger besteht aus zwei einsehbaren Teilen. Das grössere Schaugehege umfasst eine Fläche von 1031 m². Der kleinere Teil kann auch als Abtrenngehege genutzt werden und weist eine Fläche von 246 m² auf. Dazu kommt ein nicht einsehbares Abtrenngehege von 61 m². Der Weiher im Hauptgehege hat ein Volumen von gut 50 m³, derjenige im Abtrenngehege fasst etwa 5,7 m³. Das Stallgebäude ist rund 45 m² gross, in einem ca. 25 m² grossen Nebengebäude befinden sich Wasserpumpe und Filteranlage. Space allocation in square meters:
| Fläche | innen | aussen | Gehege gesamt |
| zugänglich | gesamt | zugänglich | gesamt |
| Tiere | | | | | |
| Besucher | | | | | |
| andere | | | | | |
| gesamt | | 70 | | 1,338 | 1,408 |
KOSTEN:
CHF 7,000,000 davon 20 % Planungskosten.
Die Kosten beziehen sich auf die gesamte Himalaya-Anlage (4 Gehege).
ERÖFFNUNGSDATUM:
22 August 2001
PLANUNG:
Beginn: März 1997
- Elektroingenieur: Schmidiger + Rosasco AG, Zürich
- Gesamtleitung/Land-schaftsarchitekt: Vetsch, Nipkow Partner, Zürich
- Architekt: Marc Ryf, Zürich
- Bauingenieur: Peter Osterwalder, Oberneunforn
- Medienplaner/Haustechnik: Schudel + Schudel, Kollbrunn
BAU:
Beginn: 21 April 1999
- Metallbauarbeiten: Analp Metallbau AG, Zürich
- Gärtnerarbeiten: A. + D. Berger, Kilchberg
- Elektroarbeiten: E. Burkhalter Ing. AG, Zürich
- Baugespann: Diener AG, Zürich
- Baumeisterarbeiten: K. Eicher, Bauunternehmung AG, Regensdorf
- Kunstfelsen: Laich SA, Avegno TI
- Sänitär, Spenglerarbeiten, Bedachungen: Preisig AG, Zürich
- Aquariumplaner: Joseph Nietlispach, Aquariumtechnik, Wohlenschwil
SEEHÖHE UND KLIMA:
PFLANZEN:
Da die klimatischen Bedingungen Zürichs mit gewissen Höhen- und Vegetationsstufen des Himalaya vergleichbar sind, können Pflanzenarten verwendet werden, die mit jenen im Ursprungsland ident sind. Das Tigergehege spiegelt in der Auswahl der Pflanzen die gebirgigen Randgebiete der Taiga, mit Nadel- und Laubwald und buschbestandener Graslandschaft. Die Pflanzenliste enthält die lateinischen Namen der Planzen, die in diesem Gehege verwendet wurden.
GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:
Beim Neubau der Anlage wurde sehr auf Enrichement-Möglichkeiten geachtet. Die Tiger benutzten die angebotenen Steinpodeste als Ruhe- und Aussichtsplattformen. Baumstämme, lebende Bäume sowie der Teich animieren sie zum Klettern, Markieren und Schwimmen. Eine Schleuse aus dem benachbarten Gehege erlaubt Besuche von Wölfen, die die Anlage mit neuen Gerüchen anreichern. Lamas, Alpakas und Ponys werden mehrmals wöchentlich durch den Zoo geführt, gezielt auch an den Gehegen der Tiger und Löwen vorbei, um bei den Grosskatzen Jagdverhalten auszulösen. Mit einer Kurbel im Besucherbereich kann ein Seil in der Anlage bewegt und somit der Tiger zum Spiel 'eingeladen' werden. Die derzeitigen Bewohner der Anlage zeigten jedoch kein Interesse an dieser Unterhaltung. Aufgehängte Säcke mit variablen Inhalten bieten weitere Möglichkeiten zur Verhaltensanreicherung.
Acht automatische Futterboxen werden unregelmässig bestückt. Zufällig gesteuerte Öffnungszeiten zwingen die Tiere, ihr Futter zu 'erjagen'. Dieses Futtermanagement erwies sich als besonders wirksam gegen Bewegungsstereotypien. Grosse Fleischteile weren ab und an ins Gehege gehängt.
GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:
Die Tiere können im Absperrgehege oder durch Einstallen voneinander getrennt bzw. umgesperrt werden. Sie verbringen das ganze Jahr Tag und Nacht im Freien und werden nur während der Arbeiten in den Aussenanlagen in die Boxen gesperrt. Die Schieber und deren Bedienungselemente sind mit korrespondierenden Farben gekennzeichnet, um Irrtümer zu vermeiden. Zwischen den Innenboxen befindet sich ein Zwangskäfig, der transportfähig ist. Der Pfahl zum Aufhängen grosser Fleischteile hat einen schwenkbaren Arm und kann daher von ausserhalb der Anlage bestückt werden.
Die Bedienung der Filteranlage ist in einer Liste von Arbeitsschritten und in einer Grafik erklärt.
GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:
Ein grosser Besucherunterstand mit Glasscheiben sowie Lochgitter in der Gehegeeinfassung erlaubt den Besuchern, den grösseren Teil der Anlage einzusehen. Die Lochbleche erlauben neben der visuellen auch eine olfaktorische Begegnung mit den Tigern. Eine andere Einblickstelle erschliesst den Besuchern das kleinere Gehege.
BILDUNG:
Die Beschilderung zur Biologie der Tiere und zu den gehaltenen Individuen entspricht im Stil derjenigen im übrigen Zoo. Zusätzlich wird mittels spezieller Tafeln auf die Bedrohung und den Schutz der Tiger sowie das Engagement des Zoos Zürich für Tiger hingewiesen. Auf Klapptafeln wird den Besuchern die Mimik der Tiger erklärt. Neben dem Besucherweg wird mit Nachbildungen gezeigt, welche Spuren Tiger hinterlassen (Fährten, Kot, Nahrungsreste...). Mittels Knopfdruck können die Besucher zudem verschiedene Lautäusserungen der Tiger abrufen.
MANAGEMENT:
Die Futterboxen werden ca. vier Mal je Woche bestückt. Von den acht zur Verfügung stehenden Boxen werden nicht immer alle gefüllt. Ein geräuschloser Magnetverschluss wird mittels Fernsteuerung vier Mal täglich für jeweils 15 Minuten geöffnet. Wenn die Tiger hungrig sind, patroullieren Sie durch die Anlage und kontrollieren die Boxen auf Futterverfügbarkeit. Sie müssen die Boxen aktiv öffnen, um an das Futter zu gelangen.
FORSCHUNG:
Saskia Jenny und Hans Schmid untersuchten in einer Studie im Jahr 2001, ob die Verhaltensstereotypien bei den Tigern im Zoo Zürich auf frustriertes Beuteverhalten zurückgeführt werden kann. Versuche mit Futterboxen bestätigten diese Hypothese. Siehe Zoo Biology 21: 573-584 (2002)
ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:
Der Zoo Zürich nimmt am EEP zur Erhaltung der Amurtiger teil.
Das Wasser der Tigeranlage ist ein geschlossener Kreislauf und wird mittels Drucksandfilter gereinigt. Allfällige Verluste werden aus Sicker- und Quellwasser gedeckt.
LOKALE RESSOURCEN:
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| 47K | 97K |
| Tiger beim Bad (1) |
| ©O. Röthlin, 2002 |
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| 40K | 92K |
| Tiger schwimmend (5) |
| ©Zoo Zürich, 2002 |
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