ADRESSE:
Zürichbergstr. 221
, CH-8044 Zürich
, Schweiz Telefon: ++41-44-254 25 00 Fax: 254 25 10 URL: http://www.zoo.ch
STICHWORTE:
Habitat Immersion, Ramsar Konvention, bioklimatische Zonen, biologische Kläranlage, naturnahe Gestaltung
TIERE:
| Familie: | Species: | deutscher Name: | Kapazität: |
| Anseriformes | Aix galericulata | Mandarinente | 40 |
| Anseriformes | Anas falcata | Sichelente | 4 |
| Anseriformes | Anser canagicus | Kaisergans | 8 |
| Anseriformes | Anser erythropus | Zwerggans | 4 |
| Anseriformes | Branta ruficollis | Rothalsgans | 8 |
| Anseriformes | Bucephala c. clangula | Schellente | 20 |
| Anseriformes | Cygnus columbianus bewicki | Zwergschwan | 4 |
| Anseriformes | Mergus albellus | Zwergsäger | 6 |
| Anseriformes | Somateria m. mollissima | Eiderente | 8 |
| Ciconiiformes | Ciconia c. ciconia | Weissstorch | 20 |
| Gruiformes | Anthropoides virgo | Jungfernkranich | 2 |
| Gruiformes | Grus grus lilfordi | Lilford-Kranich | 2 |
BESCHREIBUNG:
Mit der Anlage für Eurasiatische Wasservögel hat der Zoo Zürich die zweite Anlage in seinem 1992 verabschiedeten Leitbild und Masterplan realisert, das auf der Basis der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie aufgebaut ist. Sie soll ein Optimum an Attraktivität für die Tiere, die Besucher und für die verantwortlichen Mitarbeiter bieten. Die Anlage für Wasservögel ist der Landschaft der eurasiatischen Tieflandseen nachempfunden. Der Besucher betritt die Seenlandschaft und geht an den grossen Seen mit den Enten, Gänsen, Kranichen und Störchen vorbei, begegnet dann den Hirschziegenantilopen, den Bantengs und Streifengänsen sowie deren Feinden, den Asiatischen Löwen in der Steppe.
Wasservogelanlagen bieten gute Möglichkeiten, Kraniche, Störche, Schwäne, Enten und Gänse aus nächster Nähe in Ruhe zu beobachten. Fauna und Flora sind vielfältig und ermöglichen abwechslungsreiches Beobachten. Wasservögel spielen auch in der einheimischen Fauna eine grosse Rolle. Hier kann der Zoo mithelfen, auch für die einheimische Fauna zu sensibilisieren. Dazu gehört das Verständnis für das Phänomen, dass viele Tiere aus Gründen des wechselnden Futterangebotes ziehen. Wat- und Wasservögel benötigen Feuchtgebiete nicht nur zum Brüten, sondern auch als Raststätte auf dem Zug in futtereichere und klimafreundlichere Winter- und Sommerquartiere. Andere Arten, wie die auf der Wasservogelanlage lebenden Zwergschwäne, verweilen auch an den Raststätten, um einen Teil ihres Gefieders zu erneuern. Zum Schutz dieser Raststätten gibt es die RAMSAR-Konvention. Auch die Schweizerischen Gewässer haben als Ueberwinterungsgebiete für Wasservögel aus Nord- und Osteuropa und Sibirien internationale Bedeutung. Eine Wasservogelanlage bietet das optimale Umfeld für Informationen und Aktionen zur Förderung dieser Konvention.
Die geografische Ursprungsregionen, Brut- und Zugstationen der Vögel in der Anlage liegen weit auseinander und gehören zu ganz verschiedenen bioklimatischen Zonen. Gemeinsam ist den Lebensräumen die typische Tiefseenlandschaft. Hauptmerkmale und Attraktionen der Anlage sind zwei grosse Wasserflächen mit natürlich gestalteten Ufern und offen gehaltener Wiesen-, Sumpf- und Buschvegetation. Die beiden Weiher haben unterschiedliche Wassertiefen und werden von zwei Bächen gespeist. Die Tiere finden in diesem optimal gestalten Lebensraum eine natürliche Umgebung vor und können aus der Nähe beobachtet werden. Neben den Karpfen haben auch Europäischen Sumpfschildkröten ihren Lebensraum in der Anlage gefunden.
GRÖSSE:
Flächeaufteilung in Quadratmetern:
| Fläche | innen | aussen | Gehege gesamt |
| zugänglich | gesamt | zugänglich | gesamt |
| Tiere | | | | | |
| Besucher | | | | | |
| andere | | | | | |
| gesamt | | | | | 4,500 |
KOSTEN:
CHF 1,900,000 davon 18 % Planungskosten.
Von den Gesamtkosten entfielen CHF 0.34 Mio auf Planungskosten und CHF 0,07 Mio auf Baunebenkosten.
ERÖFFNUNGSDATUM:
Juni 1997
PLANUNG:
Beginn: Oktober 1993
- Planung und Leitung: Walter Vetsch, Landschaftsarchitekten BSLA, Zürich, Schweiz
- Wasserplanung: Atelier Dreiseitl, Überlingen, Deutschland
BAU:
Beginn: Dezember 1995
- Bedachung: Gschwend und Sager AG, Zürich, Schweiz
- Holzsteg: Müller Sohn und Co., Zürich, Schweiz
- Schilfdach: A. Bergamini, Lausen, Schweiz
- Gärtnerarbeiten: ARGE Gärtnerm.-Verb. Boesch AG, Matter, Schweiz
- Strassenbauarbeiten: Keller-Frei & Co. AG, Zürich, Schweiz
- Elektroanlagen: H.K. Schibli AG, Zürich, Schweiz
- Grafik: Deko-Lehrlinge Migros, Zürich, Schweiz
SEEHÖHE UND KLIMA:
PFLANZEN:
Als Vorlage dienten Beispiele aus der Natur, die die Planer besuchten und als Grundlage für die Gestaltung heranzogen. Der Detailgestaltung und Bepflanzung wurde grösste Ausmerksamkeit gewährt. Die Planer schlugen vor, einige der repräsentativen und geschichtsträchtigen noch gesunden Bäume aus der Gründerzeit des Zoos stehen zu lassen. Diese Bäume stellen wichtige konzeptionelle und räumliche Elemente dar und liessen noch genügend Raum für Neupflanzungen. Neue Bäume sollten denjenigen in der Natur möglichst ähnlich sein und dabei die klimatischen Verhältnisse des Zürichbergs, Schneedruck, Wind und Kälte sowie Tierfrass ertragen. Sorgfältig wurde der Aufbau der Vegetationsschicht geplant. Eine Mischung aus Rasenkräutern, Süssgräsern, Feuchtgräsern und Schattengräsern bildet die Wiesen- und Weidenschicht. Etwa 25 verschiedene Sumpf- und Wasserpflanzen wurden angepflanzt. Diese Vielfalt sollte ermöglichen, dass einzelne dem Kahlfrass durch die Vögel standhalten. Pfahlrohr (Arundo), Riesen- und Chinaschilf, Schilf (Phragmites), Wollgras, verschiedene Seggen, Waldschmiele, Binsen und einige andere bilden die Gräserschicht. In der Busch- und Strauchschicht leben heute verschiedene Weiden, Erlen und einige Eichen in erhöhten, wasserfernen Lagen. In der Baumschicht wurden zu den bestehenden Bäumen wie Erlen, Eschen, Weiden und wenigen Birken einige zusätzliche neue Weiden gepflanzt. Die Pflanzenliste enthält die lateinischen Namen der Pflanzen, die in diesem Gehege verwendet wurden.
GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:
Speziell ausgebildete Kiesinseln dienen als mardersichere Brutplätze. Flach- und Steilufer sind so angelegt, dass sie den natürlichen Lebensäumen entsprechen. Kiesschüttungen, die innerhalb der Weiher beginnen, bilden die Weidewiesen der Vögel. Totbäume wurden in Gruppen platziert, damit mehrere Vögel gleichzeitig und am selben Ort beim Sonnenbaden und beim Ausruhen beobachtet werden können und funktionieren als natürliche Abschrankungen zu den Besuchern.
Der Steg führt zwar mitten ins Gehege, liegt aber am Rande der Territorien der Vögel. Die Vögel haben die Möglichkeit, sich in Ruhe- und Brutzonen zurückzuziehen. Die Inseln wurden sofort als Brutstätten angenommen und haben sich bewährt, auch wenn die Vegetation dort einem erhöhten Druck ausgesetzt ist. Die beiden Wasserflächen sind durch die Vegetation in andeutungsweise zwei Kompartimente geteilt. Diese ermöglicht die Haltung zweier Arten sehr territorialer Vögel, wie es beispielsweise die Kraniche sind (Lilford- und Jungfernkranich).
GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:
Futterplatz und ein Stall zur Unterbringung der Wasservögel bei extremen Minustemperaturen sind im rückwärtigen Bereich angeordnet.
GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:
Besonders wichtig ist es, den Besucher in den Lebensraum der Vögel miteinzubeziehen. Aus der Überzeugung heraus, dass sich das Erlebnis emotional vertieft, wenn der Besucher in den Lebensraum der Vögel versetzt wird, wurde der Holzsteg, auf dem der Besucher geht, mitten durch die Tiefseen-Landschaft geführt. Drei Beobachtungsplattformen und der im Zickzack geführte Weg sollen ermöglichen, die verschiedenen Gehegeteile intensiv und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Ein aus Holz, Bambus und Schilf gebauter und gedeckter Unterstand bietet nach dem Vorbild des ,Hide' in vielen Vogelreservaten die Möglichkeit, durch Schlitze in den Holzwänden die scheueren Wasservögel aus nächster Nähe zu beobachten.
Die Wahl von Holz für den Steg entspricht der Bauweise, wie sie im asiatischen Raum vielfach angewendet wird, wobei es die Charakteristik vieler asiatischer Brücken und Stege ist, dass sie ohne jedes Geländer konstruiert werden. Aus Sicherheitsgründen und um die Vögel in Ruhe beobachten zu können, entschied man sich, bei den Plattformen ein Geländer aus Bambus anzubringen. Bambus, ein bei uns wenig gebräuchlicher Baustoff, ist in Grösse, Leichtigkeit und Festigkeit ein extremes Produkt der Natur. Durch die Verwendung dieser pflanzlichen Rohre konnte konstruktiv und gestalterisch eine optimale Lösung gefunden werden. Die Ausstrahlung und Symbolik sowie die Anordnung des Bambus sollen dem Besucher das Thema Asien und somit den natürlichen Grosslebensraum der Vögel immer wieder in Erinnerung rufen.
BILDUNG:
Der Zoo Zürich stützt sich auf die von Professor Heini Hediger entwickelte Infovitrine, die auch anerkennend Hediger-Kasten genannt wird. Der Tiername ist in den schweizerischen Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch und in seiner wissenschaftlichen Form dargestellt. Eine Karte zeigt das Verbreitungsgebiet des fotografisch oder zeichnerisch charakterisierten Tieres. Dazu kommen die Grundinformationen zu Lebenslänge, Gewicht, Anzahl Jungtiere, Brutzeit und anderes mehr.
Die Grundinformation wird durch interaktive Tafeln ergänzt, die themenbezogen in Frage und Antwort gegliedert sind. Körperformen, Federn und Gefieder, Schnäbel und Füsse, sowie Lieblingsplätze und Fressgewohnheiten der Wasservögel sind so dargestellt, dass sie zum Beobachten der Tiere in der Anlage anregen. Ein besonderer Schwerpunkt bildet der Vogelzug, der am Beispiel des einheimischen Weisstorchs illustriert wird. Im Zusammenhang mit dem Sinnespfad durch den Zoo, einem Parcours, der spezielle Sinnesleistungen im Zoo aufzeigt und mit denen des Menschen vergleicht, steht eine Station in der Wasservogelanlage, die die unterschiedlichen Gesichtsfelder von Menschen und Enten einander gegenüberstellt.
Wie für alle Schwerpunktanlagen im Zoo haben wir zum Thema Wasservögel eine Lernwegbroschüre gedruckt. Diese vermittelt spannende Hintergründe zu den einzelnen Tierarten und regt zum genauen Beobachten der Tiere an. Sie ist Arbeitsgrundlage für Lektionen, lässt sich als Kopiervorlagen nutzen und ist damit für die Vorbereitung des Zoobesuchs mit der Schule sehr hilfreich. Dazu können Lehrerinnen und Lehrer einen Materialkoffer im Vorfeld des Zoobesuchs entlehnen, der schwer zugängliches Anschauungsmaterial wie Modelle, Abgüsse, Dias, Videos, Literatur und Spiele zum Thema beinhaltet.
MANAGEMENT:
Das Algenwachstum in den Weihern ist beträchtlich. Die Algen müssen im Sommer mehrmals manuell entfernt werden.
FORSCHUNG:
Im Jahre 2000 wurde ein Storch des Zoo Zürich besendert, um seine Zugroute per Satellit zu verfolgen und die Ursache der vielen Zugverluste besser zu erfassen. Täglich wurden die Etappen im ,Hide' der Anlage wie auch im Internet (www.sosstorch.ch) nachgeführt, ergänzt mit Informationen, die das Bodenteam aufzeichnete, das den Störchen nachfolgte.
ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:
Die im Zoo Zürich freilebenden Störche sind Teil des schweizerischen Wiederansiedlungsprogrammes.
LOKALE RESSOURCEN:
Im Zoo Zürich wird grosser Wert auf einen ökologisch vertretbaren Betrieb der Anlagen gelegt. Daher wurden Vorraussetzungen geschaffen, sparsam mit Wasser umzugehen und dieses wiederzuverwerten. Es wurden zwei geschlossene Wasserkreisläufe angelegt. Wasserverluste werden aus Regenwasser und dem Wasser von Weg- und Strassenentwässerung gedeckt. Das Wasser wird in einem in die Anlage integrierten Pflanzensandfilter gereinigt. |
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| 35K | 48K |
| Gehegeplan |
| ©Zoo Zürich, 1999 |
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| 15K | 15K |
| Mandarinente (1) |
| ©Zoo Zürich, Othmar Röthlin, 2000 |
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| 92K | 96K |
| Jungfernkranich (14) |
| ©Carlyn Worstell, 2003 |
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| 81K | 85K |
| Entennistkasten (15) |
| ©Carlyn Worstell, 2003 |
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| 102K | 108K |
| Besucher beobachten Europäische Weißstörche (16) |
| ©Carlyn Worstell, 2003 |
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| 106K | 112K |
| Rothalsgänse und Zwergschwan (18) |
| ©Carlyn Worstell, 2003 |
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| 24K | 24K |
| Zwergsäger (20) |
| ©Zoo Zürich, Othmar Röthlin, 2000 |
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