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Zoo Leipzig

Pongoland - Schimpansen

Frank Oberwemmer, Peter Rasbach (Autoren), Monika Fiby (Editorin)
Publiziert 2001-7-24
English

 

UP ADRESSE:

Pfaffendorfer Straße 29 , D-04105 Leipzig , Deutschland
Telefon: 0049-341-5933500
Fax: 5933303
URL: http://www.zoo-leipzig.de


UP STICHWORTE:

Verhaltensforschung, Wolfgang-Köhler-Zentrum für Primatenforschung


UP TIERE:

Familie:Species:deutscher Name:Kapazität:
PongidaePan troglodytesSchimpanse30


UP BESCHREIBUNG:

1997 bot das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie an, in Leipzig eine Außenstelle für vergleichende Verhaltensbeobachtungen an Primaten zu schaffen. Damit fiel die Entscheidung für den Neubau eines Menschaffenhauses im Zoo. Mit dem Projekt wird in einem weltweit einmaligen Konzept versucht, intensive wissenschaftliche Forschung mit zeitgemäßer Tierhaltung und -präsentation zu verbinden. Eingebunden in die Nachbildung eines Forschercamps an der Elfenbeinküste und eines Urwalddorfes, bildet die Anlage das Herzstück von Pongoland, dem ersten Abschnitt des auf 15 Jahre ausgelegten Masterplans "Zoo Leipzig 21".

Auf rund 30.000 m2 werden in tiergerechten Anlagen Ausschnitte der Habitate mit rund 60 Tieren dargestellt. Es entstand eine große Tropenhalle, die von fünf Freianlagen für Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos und eine zusätzliche für eine Schimpansen-Jungtiergruppe eingefaßt wird. Um den Belangen der Wissenschaftler gerecht zu werden, wurden Beobachtungsplätze für sie geschaffen, von denen sie, von Zoobesuchern ungestört, jeweils die gesamte Anlage überblicken können. Um optimale Bedingungen für Affen und Wissenschaftler gleichermaßen zu gewährleisten, wurde auf dem Gelände eine Dschungellandschaft angelegt, die dem natürlichen Lebensraum der Menschenaffen sorgfältig nachempfunden ist.

Die Absperrungen und Gebäudewände sind als Ufer- und Felswände gestaltet; das Dach ist intensiv mit Sträuchern, Bambus und Großbäumen bepflanzt, um auch hier die Architektur weitestgehend zu verdecken. Der in Ost-West-Richtung verlaufende Besucherweg teilt den Raum. So entstanden nördlich davon zwei und südlich drei Gehege für die verschiedenen Menschenaffengruppen. Der zweigeschossige Trakt im Norden beherbergt im Erdgeschoss die Räume des Max-Planck-Institutes wie Büros, Projekträume, Teeküche und sanitäre Einrichtungen sowie die zweigeschossige Technikzentrale. Im Obergeschoss liegen die Räume des Zoos wie Futterküche, Tierart und Röntgenraum, Personalaufenthaltsraum, Werkstatt, Lagerräume und sanitäre Einrichtungen. In den seitlich an der Halle angrenzenden Bereichen im Osten und Westen liegen Räume der Tierpflege: im Erdgeschoß in erster Linie die Rückzugs- und Beobachtungesräume der Tiere, im Obergeschoß alle übrigen Schlaf- und Versuchsräume. Die Tropenhalle ist mit einem UV-durchlässigen Foliendach überspannt, um optimale Belichtung zu gewährleisten.

Der gesamte Raumwärmebedarf wird über statische Heizflächen gedeckt. Die Installation der Heizflächen in der Halle erfolgte im Bereich der Pflanzungen in acht Meter Höhe, sodaß diese technischen Anlagen für den Besucher nicht unmittelbar sichtbar werden. Die Regelung der Heizkreise erfolgt über die Raumtemperatur. Zur Umwälzung der Raumluft und zur Verteilung der Wärme wird eine Lüftungsanlage eingeseetzt, die für einen dreifachen Luftwechsel sorgt. Es werden stündlich 45.000 m3 Luft umgewälzt.
 

UP GRÖSSE:

Von 24.705 m2 Außenflächen entfallen ca. 12.210 m2 auf Gehegeflächen, ca. 4.645 m2 auf Wassergräben (1,3 m tief und bis 10 m breit) und ca. 7.850 m2 auf Besucherwege und Grünflächen. Die Freianlagen für Jungschimpansen ist 1.375 m2, jene für erwachsene Schimpansen 4.125 m2 groß.

Von ca. 3.255 m2 Gebäudeflächen entfallen 1.307 m2 auf Gehegeflächen und Trockengräben, 581 m2 auf die Innenbegrünung und 1.250 auf die Dachbegrünung. Die Hauptnutzfläche des gesamten Gebäudes beträgt 2.900 m2, der umbaute Raum 34.000 m3.Die 1.600 m2 große Tropenhalle ist 12 bis 19 m hoch. Die Innengehegefläche für Jungschimpansen ist 177 m2, jene für erwachsene Schimpansen 417 m2 groß, einschließlich Trockengräben.

Flächeaufteilung in Quadratmetern:

Flächeinnenaussen     Gehege gesamt    
zugänglich     gesamt     zugänglich     gesamt    
Tiere5945,500
Besucher
andere
gesamt

 

UP KOSTEN:

DM 31,000,000 davon -1 % Planungskosten.

2,8 Mio. DM wurden von der Stadt Leipzig finanziert.
 

UP ERÖFFNUNGSDATUM:

März 2001
 

UP PLANUNG:

Beginn:

  • Architektur des Primatenzentrums: Dipl.-Ing. Herbert Kochta, München
  • Architektur, Außenanlagen und Gehegedesign: Rasbach Architekten, Oberhausen
  • Tragwerksplanung: Dieter Herrschmann, Ing.-Büro, München
  • HLS-Planung: Bergbauer Ingenieure, Gemering
  • Elektroplanung: Hildebrand und Hau, München/Dresden
  • Safari-Ride: explore ErlebnisProduktionen, Wien
  • Safari-Ride: Kraftwerk Living Technologies, Wels

UP BAU:

Beginn: Mai 1999

  • Bauleitung Gebäude: Ing. Dieter Zinner und Sohn, Krailling
  • Bauleitung Außenanlage/Gehege: Ing.-Büro Klaus Roeder, Leipzig
  • Illusionsmalerei: Axel Krause, Leipzig
  • Bauaußenstelle: Ing.-Büro Gunter Wagner, Leipzig
  • Prüfstatik: Landesstelle für Bautechnik, Leipzig
  • Bodengutachten: MPFA-Prof. Reinhardt, Leipzig
  • Bauphysik: Bayer Bauphysikgesellschaft, Fellbach
  • Vermessung: Städtisches Vermessungsamt, Leipzig
  • Garten-, Landschaftsbau: Krahnstöver & Wolf GmbH, Grosspösna

UP SEEHÖHE UND KLIMA:

walter.gif Dies ist ein Klimadiagramm für die nächstliegende Wetterstation.

 

UP PFLANZEN:

Die Primatenanlage liegt im Landschaftsschutzgebiet Rosental und trägt zum Teil wertvollen Baumbestand, auf den in der Planung Rücksicht genommen wurde. Bis zu 12 m hohe Baumstämme ergänzen den vorhandenen Baumbestand und bilden mit intensiven Strauch- und Gras-(Bambus-)pflanzungen und Felsformationen den Lebensraum der Affen.

Die Pflanzen der Außenanlagen sind in der folgenden Liste zu finden. Die Pflanzen der Innenanlagen sind in den Präsentationen der Orangutans und Bonobos in Pongoland aufgelistet.

Die Pflanzenliste enthält die lateinischen Namen der Pflanzen, die in diesem Gehege verwendet wurden.


UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:

Die Freianlagen sind untereinander und zum Publikum durch flache sumpfzonenbesäumte Wassergräben abgetrennt. Fangnetze unterhalb der Wasseroberfläche sollen das Ertrinken von Tieren verhindern. Das Gebäude dient lediglich dazu, den Tieren das ganze Jahr hindurch die klimatischen Bedingungen zu bieten, die sie zum Leben benötigen. Unter der Klimahülle des Foliendaches können selbst in den Wintermonaten tropische Temperaturen und Luftfeuchtigkeit gehalten werden. Die Temperatur in der Halle liegt in den Wintermonaten bei mindestens 22°C und darf in den Sommermonaten nicht über 32 °C steigen. Die relative Raumfeuchte soll sich zwischen 60% und 80% bewegen, um den natürlichen Lebensraum der Primaten bestmöglich nachzubilden. Nebelschwaden durchziehen den Raum und verstärken die feucht-warme Atmosphäre. Die Schlafräume haben Fußbodenheizungen. Die Oberflächentemperatur in den Käfigen wird auf konstant 25°C gehalten. Dies ist für das Wohlbehagen der Primaten notwendig. Die Messung der Temperatur erfolgt über in den Boden eingebaute Fühlerelemente. Leuchten verlängern bei Bedarf die kurzen Tage.

Die Gehege sind mit Naturböden aus Gras und Sand ausgestattet. Kletterstrukturen aus Baumstämmen, die mit Lianen verbunden sind, Felsen und Wasserflächen vervollständigen das Angebot für die Bewohner.
 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:


 

UP GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:

Die Besucher erschließen sich die einzelnen Gehege über stark mäandrierende Waldwege und Holzstege. Von keinem Standort aus wird ein vollständiger Überblick möglich sein, wenn die üppige, ganzjährige grüne Vegetation in einigen Jahren ihre endgültige Qualität erreicht hat. Sie werden in den Lebensraum der Affen einbezogen und sind von ihnen nur durch Trocken- bzw. Wassergräben oder Panzerglasscheiben getrennt. Einige Beobachtungshütten ragen in die Wassergräben hinein, sind mit Glasscheiben ausgestattet und ermöglichen den Nahkontakt mit den Tieren.

Besucher können eine simulierte Fahrt in den Lebensraum der Schimpansen erleben sowie die Nachbildung eines Forschercamps. Der Besucher betritt das Haus durch Windfänge und entdeckt nach und nach hinter Besucherhöhlen, Trockengräben und Pflanzflächen zu beiden Seiten des Weges die Menschenaffengehege. Rchts und links in den Besucherhöhlen liegen Versuchesräume, die eingesehen werden können. Hier können dem Publikum Forschungsschritte vorgeführt werden. Nach Verlassen der Anlage gelangen sie in ein Urwalddorf mit Zoo-Shop, Gastronomie, Toiletten und Streichelkral für afrikanische Haustiere. Zoobesucher können in eine neue Erlebniswelt eintauchen und die Tiere von Besucherpfaden aus beobachten sowie den Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit von versteckten Beobachtungsnischen aus über die Schulter sehen.
 

UP BILDUNG:

Ein zum Teil interaktiv nutzbares Beschilderungssystem vermittelt alle wichtigen Informationen über die Tierarten und ihren Lebensraum.
 

UP MANAGEMENT:

In einem gesonderten Quarantänegebäude können neue Tiere optimal auf die Eingliederung in den Bestand vorbereitet werden.
 

UP FORSCHUNG:

Am neugegründeten Wolfgang-Köhler-Zentrum für Primatenforschung soll vor allem das Verhalten und die Wahrnehmungsfähigkeit der Menschenaffenarten Schimpansen, Gorillas, Orang -Utans und Bonobos erforscht werden. Wie entwickeln sich diese Fähigkeiten bei Jungtieren, wie lernen Gruppenmitglieder voneinander? Die Möglichkeit, unter der Leitung von fachkundigem Personal zu forschen, wird auch von Forschern und Studenten der Universität Leipzig und anderen deutschen und internationalen Universitäten gerne genutzt. Eine Beschreibung der Forschungsschwerpunkte kann in "Primate Cognition" von Michael Tomasello & Josep Call, Oxford University Press, 1997, nachgelesen werden.
 

UP ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:

Der Zoo Leipzig ist mit allen Menschenaffen an EPP's beteiligt.

Das Lüftungsgerät ist mit einem Rotationswärmetauscher ausgerüstet, der der aus dem Raum abgezogenen Luft Wärme und Feuchte entzieht und diese auf dei nachstömende Frischluft überträgt. Somit wird der Energieeinsatz zur Erwärmung und Befeuchtung der Luft herabgesetzt. Die Verteilung der Luftmassen zu den umlaufend im Pflanzbereich angeordneten Auslässen wie auch die Rückführung der Luft zur Technikzentrale erfolg durch erdverlegte Rohre. Die Befeuchtung der Luft wird in der Halle durch ein Düsensystem realisiert, das mit teilenthärtetem Wasser und Druckluft arbeitet. Die feine Vernebelung des Wassers führt im Sommer zu seiner Verdunstung und bewirkt die Kühlung der Luft. Diese adiabatae Kühlung ist eine kostengünstige Alternative zur konventionellen Kühlung über Kälteanlagen. In den Sommermonaten und an schönen Tagen in der Übergangszeit strömt Umgebungsluft durch untere Öffnungen in den Außenwänden in den Raum ein und wird über die in der Dachkonstruktion untergebrachten Lamellen abgeleitet. Durch den ständigen Luftstrom wird eine Kühlung des Raumes bis zur Schattenlufttemperatur außerhalb des Gebäudes erreicht. Die Regelung des Luftstromes erfolgt nach dem Prinzip des Auftriebes und nützt den Höhenunterschied im Gebäude.
 

UP LOKALE RESSOURCEN:


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30K33K
Überblick
©Zoo Leipzig, 2001

 
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57K92K
Gehegeplan
©Rasbach Architekten, 2001

 
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42K64K
Schimpanse (1)
©Gabler, 2001

 
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48K48K
Lageplan (2)
©Zoo Leipzig, 2001

 
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40K69K
Tropenhalle (3)
©Fiby, 2001

 
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43K74K
Beobachtungshütte (4)
©Fiby, 2001

 
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28K + Beschreibung55K
Feldbuch (5)
©Fiby, 2001

 
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45K70K
Blick zurück zur Beobachtungshütte (6)
©Fiby, 2001

 
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48K79K
Beobachtungshütte von der Tierseite gesehen (7)
©Fiby, 2001

 
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37K46K
Noch ein Aussichtspunkt (8)
©Fiby, 2001

 
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40K + Beschreibung68K
Steg (9)
©Fiby, 2001

 
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38K + Beschreibung66K
Netze (10)
©Fiby, 2001

 
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44K + Beschreibung83K
Aussenanlage (11)
©Rasbach Architekten, 2001

 
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40K + Beschreibung42K
Termitenbau (12)
©Fiby, 2001

 
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40K + Beschreibung66K
Eingang (13)
©Fiby, 2001

 
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Eingang zur Tropenhalle (14)
©Fiby, 2001

 
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43K + Beschreibung65K
Eingang (15)
©Fiby, 2001

 
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Blick nach draussen (16)
©Fiby, 2001

 
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Innengehege (17)
©Fiby, 2001

 
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Schimpansen im der Tropenhalle (17)
©Rasbach Architekten, 2001

 
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34K60K
Spuren (18)
©Fiby, 2001

 
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47K + Beschreibung73K
Rufe (19)
©Fiby, 2001

 
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Junger Schimpanse (20)
©Rasbach Architekten, 2001

 
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56K103K
Schimpansen auf der Außenanlage (21)
©Rasbach Architekten, 2001

 
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Außenanlagen (22)
©Rasbach Architekten, 2001

 
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42K76K
(23)
©Rasbach Architekten, 2001

 
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46K79K
(24)
©Rasbach Architekten, 2001

 

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