ADRESSE:
Rennbahnallee 21
, 18059 Rostock, Deutschland Telefon: 0049-381-2082 - 0 Fax: 4934400 URL: http://www.zoo-rostock.de
STICHWORTE:
EEP, Gemeinschaftshaltung, Südamerika, Affen
TIERE:
| Familie: | Species: | deutscher Name: | Kapazität: |
| Callithricidae | Callithrix jacchus | Weißbüschelaffe | 3,1 / max.10 |
| Callithricidae | Saguinus oedipus oedipus | Lisztaffe | 1,3 / max. 10 |
| Cebidae | Cebus apella cay | Gehaubter Kapuzineraffe | 3,7 / max. 20 |
| Procyonidae | Nasua nasua | Nasenbär | 4,0 |
| Psittacidae | Ara severa | Rotbugara | 1,1 |
BESCHREIBUNG:
Das alte Affenhaus des Rostocker Zoos hatte die letzten dreißig Jahre ohne Verbesserungen oder Umbauten Affen beherbergt. Teile des Hauses waren sogar noch viel älter und stammten aus den Anfängen des Zoos zu Beginn des Jahrhunderts. Nach dem Auszug einiger Affenarten in neue Gehege war 1997 der Weg frei, jenes alte Affenhaus durch ein neues zu ersetzen. Das neue Haus mit seiner Außenanlage entstand unter maximaler Nutzung des vorhandenen Platzes zwischen den bestehenden Gehegen und dem historischen Dahliengarten und unter Schonung und Einbeziehung einer großen Moorbirke. So entstand die Idee, das Haus um die Moorbirke zu bauen. Das Haus, das außen mit Holz verkleidet ist und auch im Innern z.T. Holz als Baustoff hat, bildet nun einen Halbkreis um die Moorbirke. Der Innenhof "gehört" den Lisztaffen und den Zoobesuchern. Ein balkonähnlicher Umgang bildet den Abschluss dieses Innenhofes um die Birke und trennt ihn von der großen Außenanlage für die Kapuzineraffen. So kann der Besucher die Affen aus zwei Perspektiven sehen: ebenerdig und von jenem Umgang in Dachhöhe aus.
Der Besucher kann die Anlage auch außen umrunden und an unterschiedlichen Stellen Einblick nehmen. Dabei erregt der Zaun immer wieder Erstaunen. Wie kann es sein, dass die Tiere diesen niedrigen Zaun von 1,20 m nicht überklettern? Die Affen haben schnell gelernt, wie unangenehm das Berühren dieses so unscheinbar wirkenden, aber unter Strom stehenden Zaunes ist und begnügen sich mit dem innerhalb liegenden Terrain.
Derzeit leben im Südamerika-Haus die Gehaubten Kapuzineraffen vergesellschaftet mit Nasenbären, eine Gruppe Lisztaffen und im dritten Gehege Weißbüschelaffen zusammen mit Hellroten Aras.
GRÖSSE:
Flächeaufteilung in Quadratmetern:
| Fläche | innen | aussen | Gehege gesamt |
| zugänglich | gesamt | zugänglich | gesamt |
| Tiere | | 104 | | 970 | 1,074 |
| Besucher | | 104 | | 200 | 304 |
| andere | | 104 | | 50 | 154 |
| gesamt | | 312 | | 1,220 | 1,532 |
KOSTEN:
DM 1,400,000 davon 10 % Planungskosten.
ERÖFFNUNGSDATUM:
Oktober 1998
PLANUNG:
Beginn: November 1996
- Architekt: Wolfram Graubner, Herrischried
- Landschaftsarchitektin: Kristin Jacobi, Rostock
BAU:
Beginn: September 1997
- Generalauftragnehmer: Sichtling, Rostock
SEEHÖHE UND KLIMA:
 | | Dies ist ein Klimadiagramm für die nächstliegende Wetterstation. 40 m Seehöhe 8.4 °C mittlere Jahrestemperatur 587 mm mittlere jährl. Niederschlagsmenge |
PFLANZEN:
Im Bereich der jetzigen Außenanlage gab es einen vorhandenen Baumbestand von Fichten und Krüppelkiefern. Da es sich bei diesen Gehölzen um keine Jungpflanzen handelt, haben die Affen bisher keinen Schaden daran angerichtet. Eine vorhandene Baumhasel wurde mit Elektrodrähten vor dem Beklettern und Zerstören geschützt. Im Außenbereich wurden die Flächen zwischen Gehege- und Besucherzaun mit verschieden hochwerdenden Ziergehölzen bepflanzt. So wird erreicht, daß die Besucher nicht auf der ganzen Zaunlänge Einblick ins Gehege haben, sondern nur in bestimmten Bereichen. An anderen Stellen versperren hochwachsende Sträucher die Sicht und der Besucher wendet sich automatisch dem Gehege auf der anderen Wegseite zu, bis er wieder an ein Sichtfenster zur Affenanlage gelangt. Im Innenhof gibt es eine über 80-jährige Moorbirke, die die Lisztaffen zum Klettern nutzen. Außerdem pflanzten wir Obstgehölze, damit die Krallenaffen im Herbst das Obst nutzen können. Stachelige Rosen sollen die Besucher am Verlassen des Besucherweges hindern. Die Pflanzenliste enthält die lateinischen Namen der Pflanzen, die in diesem Gehege verwendet wurden.
GEHEGEMERKMALE FÜR TIERE:
Die zehnköpfige Gruppe der Kapuzineraffen bewohnt im Haus einen großen Innenraum, in den der Besucher durch zwei große Glasscheiben sehen kann. Über einen Außenkäfig gelangen die Kapuzineraffen und die Nasenbären auf die große Freianlage. Hier gibt es große Kletterbäume, die untereinander durch Laufäste verbunden sind, aber auch einen Tümpel, Kletternetze und Seile. Die Weißbüschelaffen haben von ihrem Außenkäfig aus Zugang zur großen Freianlage. Die Gitterabstände des Zugangs sind so bemessen, dass die Aras nicht hinaus können und die Kapuzineraffen nicht herein können. Die "Zwerge" haben herausgefunden, dass sie zu zweit die sehr viel größeren Kapuzineraffen durchaus in die Flucht schlagen können.
Über eine Röhre, die den Besuchergang im Haus quert, gelangen die Lisztaffen aus ihrem Innenkäfig in den Innenhof und hier über Kletteräste zur Moorbirke. Da es durch das Besteigen des oberen Umganges mehrmals etwas kritische Situationen mit Besuchern aber auch auf dem Außenkäfig der Kapuzineraffen gab, wurde den Affen diese Möglichkeit durch den Anbau von kleinen Plexiglasscheiben in den "Ausbruchstellen" genommen. Die Moorbirke wird von den kleinen Kerlen zum Herumtollen genutzt, eine Schlafkiste, die dort zusätzlich angebracht wurde, wird selten aufgesucht, da die Affen die Schlafkisten im Haus bevorzugen.
GEHEGEMERKMALE FÜR TIERPFLEGER:
Eine Futterküche befindet sich zentral im Gebäude, mit Zulieferung von außen. Sie hat ein Fenster zum Besuchergang, so daß man bei der Futterzubereitung zuschauen kann. Für die Pfleger gibt es einen Aufenthaltsraum, sowie Lagerräume zur Lagerung von Futter und zur Unterbringung von verschiedenen Gegenständen.
GEHEGEMERKMALE FÜR BESUCHER:
Die Besucher können die große Freianlage umrunden und haben Zugang zum Innenhof. Sie können hier den Lisztaffen zusehen, aber auch die anderen Tiere in ihren Außenkäfigen und auf der Freianlage sehen.
Im Haus sind die Wände des Besucherbereiches mit Lehmputz und Ornamenten versehen, die an Inkamotive erinnern. Käfige wie Besucherbereiche sind mit Rindenmulch belegt. Lianen und Seile gibt es nicht nur im Gehege sondern auch im Besucherbereich, um das Gefühl des "Dazugehörens" zu wecken. Auch ein Blick in die Futterküche ist durch eine Glasscheibe möglich. Die Glasscheiben zwischen Besucher- und Tierbereich sind nach oben mit Gittern abgeschlossen. So wird den Besuchern auch ein akkustische Erleben der Affenaktivität ermöglicht.
BILDUNG:
Eine Schautafel im Innenhof erläutert die Besonderheiten der Ernähung der hier gehaltenen Affenarten. Die Besucher können die Ernährung im natürlichen Lebensraum mit der im Zoo vergleichen. Im oberen Stockwerk ist ein Monitor für Videoübertragungen installiert.
MANAGEMENT:
Die Weißbüschelaffen haben ständig Zugang zur Außenanlage der Kapuzineraffen. Sie nutzen dieses aber kaum. Seit kurzer Zeit haben auch die Weißbüschelaffen gemeinsam wie die Lisztaffen Zugang zum Innernhof mit der Birke. Sie nutzen diesen Innehof alternativ und auch gemeinsam. Es ist geplant, in den Innen- wie Außengehegen der Weißbüschelaffen zusätzlich Schwarzrückentamarine zu halten. Falls eine separate Haltung eines Tieres erfoderlich ist, erfolgt diese für die Kaupzieraffen in einem zweiten gefliesen Käfig (ohne Besuchereinsicht) und für die Krallenaffen in einem fahrbaren Käfig, der in den Funktionsräumen beliebig untergebracht werden kann. Zum Fang von Tieren eignen sich besonders die Außenvolieren, die vor den Innenkäfigen liegen. Krallenaffen werden u.U. auch im Nachtkäfig eingefangen. Der Anlieferungsweg für das Futter ist der Wirtschaftsweg hinter dem Haus (also außerhalb der Besucherwege).
FORSCHUNG:
Derzeit werden keine speziellen Forschungsthemen an den hier gehaltenen Affen bearbeitet.
ARTEN- UND RESSOURCENSCHUTZ:
Mitarbeit im EEP für Lisztaffen
LOKALE RESSOURCEN:
Hauptauftragnehmer für den Bau des Südamerika-Hauses war die Rostocker Baufirma Sichtling. Das neue Haus wurde mit relativ hohem baulichen Aufwand und mit etlichen von uns noch nicht benutzten baulichen Möglichkeiten ausgeführt. Angefangen bei der Fußbodendämmung aus Schaumglasschotter, die sich unter der Fundamentplatte befindet,über eine eingeblasene besonders ökologische Wärmedämmung im Wand-und Dachbereich aus Papierrecycling bis hin zur Holzbauweise mit einer Deckelschalung als Fassadenverkleidung und einem Innenwandputz aus Lehm im Besucherbereich. Als Fußbodenbelag bauten wir in den Schaukäfigen wie auch im Besucherbereich Rindenmulch ein und haben bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Allerdings muß dieses Material regelmäßig feucht gehalten werden, da es sonst zu Staubentwicklung kommt. Das großflächige Gründach ist im Rostocker Zoo nichts Neues, wohl aber die Möglichkeit,die Besucher unmittelbar auf´s Dach blicken zu lassen, die bei Benutzung des hölzernen Umganges im Obergeschoß gegeben ist. |
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| 54K | 62K |
| Gehegeplan |
| ©Ammann AG Vermessung, 1999 |
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| 39K | 39K |
| Weißbüschelaffe (1) |
| ©Dr. Nehls, 1998 |
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| 41K | 41K |
| Kapuzineraffen auf der Außenanlage (5) |
| ©Dr. Nehls, 1999 |
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| 35K | 35K |
| Lisztaffe (12) |
| ©Dr. Nehls, 1998 |
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| 33K | 55K |
| Treppe zur Galerie (18) |
| ©Fiby, 2001 |
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